Teju noch vor dem Berg

wie Warane, Krokodile, Tejus, Kaimane

Teju noch vor dem Berg

Beitragvon amazing am 4. Apr 2009 14:43

Hei do,

wir haben vor drei Wochen ein Tejupaar bekommen, die fasch ernährt wurden und nun mit den Altlasten zu kämpfen haben.

Das Weibchen hats hinter sich.. das Männchen noch vor sich und derzeit siehts so aus, das es das nicht schafft.



Zitierte Beschreibung:
Beschreibung
Wenn Tierliebe "durch den Magen" geht...

Dies hier sind zwei Röntgenbilder vom Tupinambis merianae, der vermutlich über Jahre hinweg falsch ernährt wurde.
(Röntgenbild seite, Videoclip)

"Gut gemeint ist nicht gleich gut getan"

Tupinambis merianae (schwarz/weißer Teju) ist ein omnivore (alles) Nahrung gewöhntes Tier.

Er plündert in freier Wildbahn mit Vorliebe Nester bodenbrütender Tiere und manch einer kann sich denken, das dies nicht das ganze Jahr über stattfindet.

Wenn die Saison das nicht hergibt, dann frisst er gerne Fallobst, Insekten, Würmer oder anderes Getier wie Geflügel oder auch Säugetiere, die er überwältigen kann. Auch vor Aas macht er nicht halt. Wenn man die Tiere mal in freier Wildbahn beobachten kann wird man feststellen, das sie bei großen Beuterieren, die nicht in einem Stück zu verschlingen sind, die Bauchdecke aufreißen und versuchen nur das Fleisch zu bekommen.

Wichtig scheint dem überwiegenden Teil der Prädatoren der Inhalt des Darms der erlegten Tiere und danach die Organe.. Filet wird interessanterweise meist erst im zweiten Durchgang verzehrt. Achtet mal drauf!

Generell haben die meisten Echsen (wie auch die meisten Vögel und Säugetiere) das Problem, die Haare wieder loszuwerden. Aus diesem Grunde sind die meisten Tiere in der Lage, das als Kneul wieder auszuwürgen (Eulen, Katzen). Ganz anders aufgebaut ist der Darm der Schlangen, weswegen diese Spezies das komplett anders handhabt, ist aber eine andere Baustelle ;)

Wenn Echsen sehr abwechslungsreich ernährt werden, wird der Fellklumpen dann durch den nachrutschenden Kot mit rausgedrückt.

Wenn das aber ausfällt, weil es ausschließlich oder zumindest hauptsächlich Felltragendes gefüttert wird, dann setzt man das Tier -so ungerne man das hören will- vorsätzlich einem schleichenden Tod aus.

Das Fell wird schlicht gesammelt und verstopft nach und nach den Darm. Der auf dem Bild gezeigte Klumpen ist nun bereits doppelt so groß im Umfang wie das Becken, durch das es raus müsste.

Der Teju, dessen Bilder hier abgelichtet sind, lebt zum Zeitpunkt des Hochladens noch. Es steht aber die Entscheidung ins Haus, ob er noch mit herkömmlichen Methoden zu behandeln ist (Parafinöl/Lactose) welches mit einer Magensonde oral verabreicht wird, oder ob eine OP noch Sinn macht, da der Darm derart ausgeleiert ist und die OP ihn stärker schwächen könnte, als sie ihm nutzen würde, oder ob wir das Tier schlicht erlösen, da ein Beschwerde freies Leben zumindest über die nächsten 24 Monate nicht möglich sein wird (wenn man Schmerzen mit Beschwerden mal gleichsetzt).

greetz
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon SickSight am 4. Apr 2009 21:47

Das...
sieht echt übel aus.
Gebe bescheid, wenn sich was ändert. Aber wie du schon sagst, das wäre ein kleines Wunder...
Wünsche dir wirklich viel Glück, bzw. das richtige treffen der Entscheidungen, wie´s mit dem Tierchen weitergeht.
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon amazing am 4. Apr 2009 22:11

danke!

wie an einer anderen Stelle bereits diskutiert, ergab die Debatte mit 3 Tierärzten und einer Tierklinik eine genau 50% Entscheidung pro der OP.
Und beide Seiten haben sehr einleuchtende Argumente.
rezitat:
Aus der Debatte mit 3 unterschiedlichen Tierärzten und einer Tierklinik ergab sich leider eine 50% Zusage zu einer OP. Die einen Begründen es mit der Menge der Risiken durch Narkose, schweren Schädigungen der Darmwand und im Besten Falle eine 10% Chance auf spätere Beschwerdefreiheit.
Die andere Hälfte bezieht sich auf die ausgesprochene Zähheit der Tierart und das man während der OP immer noch entscheiden könnte, ob das Tier erlöst werden sollte.


Und da steh ich dann sehr ohnmächtig in der mitte irgendwo rum..
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon SickSight am 5. Apr 2009 20:59

..., schweren Schädigungen der Darmwand und im Besten Falle eine 10% Chance auf spätere Beschwerdefreiheit.

Das heißt irreversible Schäden sind praktisch fast nicht auszuschließen... Das ist wirklich bitter...

Habe da auch nochmal mit Steffi drüber geredet. An dieser Stelle waren wir ja auch mit unserem Waran, dessen Chancen ähnlich schlecht standen. Viele Faktoren spielen da ne Rolle. Das beste fürs Tier, das eigene Gewissen und natürlich das liebe, elende Geld.
Um einfach ganz plump an die Sache zu gehen; wie schätzt du den Lebenswillen des Tieres ein? Mache es doch davon abhängig...
Ansonsten gebe flaschenweise das Parafinöl oral und anal ein, da mann das ganze lockert... aber machst du ja denke ich schon oral. Ansonsten kannst du den Darm auch anal mit ner Knopfsonde spülen. Natürlich vorsichtig, wir haben keine Ahnung wie sich Tejus da verhalten...
Wenn du Hilfe brauchst melde dich bitte!

LG
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon amazing am 5. Apr 2009 21:51

naja.. oben passt nichts mehr rein.
wenn der drückt (siehe video) dann schwappt der schlicht über..
da das parafinöl ja alles andere als körperlich verwertbar ist, produziert das dann im rachenbereich dicken schleim..

ich weiß nicht, ob ich das als Zeichen für "genug" deuten soll.

morgen gehts nochmal ran an Kostennoten reinholen, wo und wie die OP am günstigsten ist.

Der Lebenswille von dem Teju ist beachtlich. Das ist eh ein Klopper.. wiegt 7,8 Kg und der schlägt den Roten bei Zajac um einige Längen..

Ob ich dem nen Zahn ziehe oder am PoLoch rumfummel.. der ist recht souverän.. was nicht heißt, das er sich nicht wehren kann.

Das erste Beißholz für die Magensonde (Kochlöffel) hat er einfach mit einem Biss geteilt.
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon SickSight am 5. Apr 2009 22:08

morgen gehts nochmal ran an Kostennoten reinholen, wo und wie die OP am günstigsten ist.

Dann steht das wohl fest?!
Auf dem Video schaut er auch noch fit aus... aber die Röntgenbilder sprechen halt auch Bände... Auf dem einen Bild aus der Vogelperspektive sieht man die Darmschlingen ja am besten...
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon amazing am 5. Apr 2009 22:14

jep.. eigentlich schon.. denn es tut sich nichts.. im gegenteil.. er scheidet jetzt solche schleimfladen aus.. wie fast verdaute wurstpelle.
im wasser kann man sowas sehr gut beobachten.

ich denke ich will nicht mehr warten.
florian ist auch für die OP.
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Re: Teju noch vor dem Berg

Beitragvon SickSight am 5. Apr 2009 22:20

Keine leichte Entscheidung, aber ich finde es ist die richtige!
Schleimfladen? Bedeutet das, das sich etwas löst? Das wäre ja positiv... oder ist es das Öl?

Dann hoffe ich mal das die OP erfolgreich wird... Was ist zu erwarten, als du von Folgeschäden geredet hast? Hast du schon Blutwerte gesehen, ob die umliegenden Organe noch funktionieren?
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